Heizungswasser nachfüllen


So füllen Sie Heizungswasser sicher und richtig nach - vom Ablesen des Manometers bis zum passenden Zieldruck.

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Ein zu niedriger Anlagendruck gehört zu den häufigsten Ursachen dafür, dass eine Heizung nicht mehr richtig oder gar nicht mehr arbeitet, da moderne Steuerungen aus Sicherheitsgründen bei Druckmangel automatisch abschalten. Den aktuellen Druck lesen Sie am Manometer der Heizungsanlage ab, das üblicherweise am Kessel selbst oder am zugehörigen Verteiler angebracht ist und meist in bar skaliert ist. Der optimale Betriebsdruck variiert je nach Anlagengröße und Gebäudehöhe, liegt bei den meisten Einfamilienhäusern jedoch zwischen 1 und 2 bar, oft durch eine grün markierte Zone auf dem Manometer gekennzeichnet, während der rote Bereich Unterdruck anzeigt.

Bevor Sie Wasser nachfüllen, informieren Sie sich möglichst über den vom Hersteller empfohlenen Solldruck für Ihre konkrete Anlage, da dieser je nach Gebäudehöhe abweichen kann und in der Bedienungsanleitung oder auf einem Aufkleber an der Anlage vermerkt ist. Zum Nachfüllen benötigen Sie in der Regel einen Füllschlauch, der am Kaltwasserhahn und am Füll- und Entleerhahn der Heizungsanlage angeschlossen wird – bei vielen neueren Anlagen ist ein solcher Schlauch fest installiert oder liegt griffbereit neben dem Kessel.

So füllen Sie Wasser richtig nach

Öffnen Sie zunächst den Wasserhahn leicht und anschließend langsam den Füllhahn der Heizung, während Sie das Manometer im Blick behalten, um den Druck nicht versehentlich zu weit zu erhöhen. Ist der gewünschte Druck erreicht, schließen Sie zunächst den Füllhahn der Heizung und danach den Wasserhahn, um zu verhindern, dass ungewollt weiteres Wasser nachläuft. Nach dem Befüllen sollten Sie die Heizkörper im Haus einmal entlüften, da beim Nachfüllen häufig neue Luft in das System gelangt, die sich sonst an den Heizkörpern sammeln und erneut für kalte Stellen sorgen würde.

Muss regelmäßig, etwa monatlich, nachgefüllt werden, deutet das auf eine Undichtigkeit im System hin, die gefunden und behoben werden sollte, statt den Druckverlust dauerhaft nur durch Nachfüllen zu kompensieren – auf Dauer gelangt so unnötig viel frisches, sauerstoffreiches Wasser in die Anlage, was Korrosion begünstigen kann. Nutzen Sie zum Nachfüllen möglichst normales Trinkwasser, sofern der Hersteller nicht ausdrücklich spezielles, enthärtetes Heizungswasser vorschreibt, was insbesondere bei modernen Anlagen mit engen Wärmetauschern und Wärmepumpen häufiger der Fall ist. Sind Sie sich unsicher, welcher Wasserdruck oder welche Wasserqualität für Ihre Anlage passend ist, oder tritt der Druckverlust wiederholt auf, hilft Ihnen ein Fachbetrieb weiter, den Sie über unsere Vermittlung schnell erreichen.

Wasserqualität und wie oft Nachfüllen normal ist

Bei modernen Anlagen mit engen Wärmetauschern, etwa Brennwertgeräten oder Wärmepumpen, empfehlen viele Hersteller inzwischen die Richtlinie VDI 2035, die bestimmte Grenzwerte für die Wasserhärte des Füllwassers vorgibt, um Kalkablagerungen und Korrosion im Inneren der Anlage zu vermeiden. Ist Ihr Leitungswasser sehr hart, kann es daher sinnvoll sein, vor dem Befüllen enthärtetes oder demineralisiertes Wasser zu verwenden, das in Baumärkten oder über den Fachbetrieb erhältlich ist. Notieren Sie sich außerdem, wie viel Wasser Sie ungefähr nachgefüllt haben und wie oft dies in den letzten Monaten notwendig war – diese Angabe hilft einem Fachbetrieb dabei, schnell einzuschätzen, ob eine normale, geringfügige Schwankung oder ein behebbares Leck vorliegt.

Achten Sie beim Nachfüllen zudem darauf, dies möglichst bei kalter Anlage vorzunehmen, da kaltes Wasser dem System zugeführt wird und sich der Druck beim anschließenden Aufheizen durch die thermische Ausdehnung noch etwas erhöht. Wer bei bereits warmer Anlage bis zum oberen Rand des empfohlenen Druckbereichs auffüllt, riskiert damit, dass das Sicherheitsventil beim nächsten Aufheizvorgang unnötig anspricht.

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