Sommerbetrieb richtig einstellen
Wie Sie die Heizung im Sommer richtig einstellen - inklusive Warmwasserbetrieb und Legionellenschutz.
Auch wenn im Sommer keine Heizleistung für die Raumwärme benötigt wird, sollte die Heizungsanlage nicht einfach komplett abgeschaltet und sich selbst überlassen werden, da viele Anlagen ganzjährig für die Warmwasserbereitung im Einsatz bleiben. Die meisten modernen Heizungssteuerungen verfügen über einen eigenen Sommerbetrieb-Modus, bei dem die eigentliche Raumheizung deaktiviert wird, während die Warmwasserbereitung wie gewohnt weiterläuft – dies vermeidet unnötigen Energieverbrauch für die Heizkörper, ohne dass auf warmes Duschwasser verzichtet werden muss.
Legionellenschutz und Verhalten im Urlaub
Ein wichtiger Aspekt, der im Sommerbetrieb oft übersehen wird, ist der Schutz vor Legionellen im Warmwassersystem: Diese Bakterien vermehren sich bevorzugt in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 Grad, weshalb Warmwasserspeicher regelmäßig, meist einmal wöchentlich automatisch oder manuell, auf mindestens 60 Grad aufgeheizt werden sollten, um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. Viele Anlagen erledigen diese sogenannte thermische Desinfektion automatisch zu einer festgelegten Zeit, was jedoch in der Anlagensteuerung entsprechend aktiviert und eingestellt sein muss.
Wer über den Sommer länger verreist, etwa im Rahmen eines Urlaubs, sollte die Heizungsanlage nicht komplett vom Stromnetz trennen, sondern lediglich in den Sommer- oder Urlaubsmodus versetzen, damit Funktionen wie der Legionellenschutz sowie ein möglicher Frostschutz bei plötzlichem Kälteeinbruch weiterhin gewährleistet bleiben. Auch die Umwälzpumpe sollte über den Sommer nicht dauerhaft stillstehen, da ein längerer Stillstand das Festsetzen der Pumpe begünstigen kann – viele moderne Pumpen führen daher automatisch regelmäßige kurze Prüfläufe durch, um genau dies zu verhindern.
Die Sommerpause für Wartung nutzen
Die Sommerpause eignet sich zudem hervorragend, um kleinere Wartungsarbeiten vorzuziehen, die während der Heizperiode ungern durchgeführt werden, etwa das Entlüften der Heizkörper, eine gründliche Reinigung der Anlage oder eine turnusmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb, bevor die nächste Heizsaison beginnt. Wer sich unsicher ist, wie der Sommerbetrieb an der eigenen Anlage korrekt eingestellt wird oder ob der Legionellenschutz zuverlässig funktioniert, erhält über unsere Vermittlung Kontakt zu einem Fachbetrieb, der die Einstellungen prüft und bei Bedarf anpasst.
Die Sommerpause der Heizung eignet sich außerdem gut für eine Sichtprüfung des Ausdehnungsgefäßes und des Sicherheitsventils, da beide Bauteile im laufenden Winterbetrieb selten in Ruhe kontrolliert werden können. Ein kurzer Blick auf den Anlagendruck schadet auch außerhalb der Heizperiode nicht, da ein unbemerkter Druckverlust im Sommer sonst erst beim ersten Kälteeinbruch im Herbst auffallen würde. Wer den Sommer zudem nutzt, um kleinere, schon länger bekannte Probleme wie ein leicht klemmendes Ventil oder ein gelegentlich pfeifendes Geräusch beheben zu lassen, startet spürbar entspannter und zuverlässiger in die nächste Heizsaison.
Wer plant, während der Sommerpause bauliche Veränderungen im Haus vorzunehmen, etwa eine neue Dämmung oder den Austausch von Fenstern, sollte dies möglichst mit einem Fachbetrieb abstimmen, da solche Maßnahmen unter Umständen auch eine Anpassung der Heizkurve oder des hydraulischen Abgleichs zur Heizperiode hin sinnvoll machen.
So bleibt die Anlage über das ganze Jahr hinweg zuverlässig einsatzbereit, ohne dass die sommerliche Betriebspause zu unliebsamen Überraschungen führt, sobald die Heizperiode im Herbst wieder beginnt.
Planen Sie diese sommerlichen Kontrollen am besten ebenfalls fest ein, etwa gleich zu Beginn der warmen Jahreszeit, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
So starten Sie gut vorbereitet und ohne böse Überraschungen in die nächste Heizperiode, sobald die Temperaturen im Herbst wieder sinken.
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